Recruiting – Wo kommen nur die Fachkräfte her? (II)

Veröffentlicht von Claudia Weinschenk am

In den letzten Jahren hat sich die Vorstellung davon, wie geeignete Mitarbeiter gefunden werden können, in jeder Hinsicht grundlegend gewandelt. Früher übliche Anwerbemethoden spielen heute fast keine Rolle mehr.

Dafür aber ist in den Unternehmen die Einsicht gewachsen, dass In Zeiten des demographischen Wandels und des Mangels an Fachkräften die Bildung einer positiven „Arbeitgebermarke“ und die Mitarbeiterbindung wichtigste Bestandteile sind, um auf dem Personalmarkt zu guten Ergebnissen zu kommen. Anders ausgedrückt: Nicht mehr nur die Bewerber für eine offene Stelle müssen sich von ihrer besten Seite zeigen, auch das Unternehmen muß das tun, um für mögliche Bewerber attraktiv zu sein. Mögliche Bewerber suchen sich heute ihr neues Unternehmen gerne nach Arbeitsbedingungen aus. Immer mehr Arbeitnehmer fordern die Möglichkeit eines Home-Offices oder von flexiblen Arbeitszeiten. Immer mehr Unternehmen reagieren auf diese Anforderungen.

Annoncen in Schriftmedien spielen bei der Personalsuche heute kaum noch eine Rolle. Auch die Möglichkeit einer Anzeige freier Stellen bei der Agentur für Arbeit wird nur selten wahrgenommen. Für die langfristige Deckung des Fachkräftebedarfs setzen viele Unternehmen auf eigene Ausbildungsmaßnahmen. Viele große Firmen haben auch bereits ein eigenes Recruiting-Center installiert, in dem ein Talent-Pool aufgebaut wird. Gerne werden auch Netzwerkkontakte der Mitarbeiter für die Personalsuche genutzt, oft mit dem Anreiz eines Bonus, wenn die Empfehlung eines Mitarbeiters dann auch wirklich zur Einstellung führt.

Immer häufiger zeigen Unternehmen ihre zu besetzenden Stellen online an. Den größten Stellenwert haben dabei die Unternehmens-Webseiten, gefolgt von Internet-Stellenbörsen. Zunehmend nutzen Unternehmen Social Media. Über XING, Linkedin und (seltener) Facebook veröffentlichen sie das Firmenprofil und offerieren Arbeitsangebote. Immer häufiger werden auch Karriere-Events für Studenten und / oder Absolventen genutzt, um geeignete Kandidaten (auch längerfristig) für bestimmte Arbeitsbereiche gewinnen zu können. Das geht mittlerweile vereinzelt bis zu „Recruitainment“-Veranstaltungen – ein ganz neuer Trend – mit denen vorwiegend jüngeren Fachkräften ein junges dynamisches Firmenprofil vermittelt und so ein Anreiz für einen Einstieg in dieses Unternehmen geschaffen werden soll.

Auch die Anforderungen an die Form der Bewerbungen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Immer häufiger werden Online-Bewerbungen gefordert, viele Unternehmen stellen Formularbewerbungen auf ihre Internetseiten. Früher übliche Bewerbungsmappen sind nicht mehr gefragt. Das klassische Anschreiben und ein lückenloser Lebenslauf werden immer unwichtiger.

Immer stärkere Bedeutung erhalten dagegen Kurzprofile, in denen Softskills wie Teamfähigkeit, Analysefähigkeit u.ä. eine große Rolle spielen, also Kompetenzen, die mit der geforderten Qualifikation zunächst nichts zu tun haben, die aber in der täglichen Arbeit für einen reibungslosen Ablauf wesentlich sind.

Kategorien: Recruiting

Claudia Weinschenk

Ich bin gebürtige Stuttgarterin und habe an der Universität Stuttgart Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte studiert. Als freiberufliche Historikerin arbeite ich vorwiegend in der Erwachsenenbildung, biete aber auch Recherchen, Textarbeiten, Inventarisierung u.ä. an. Inhaltliche Schwerpunkte meiner Arbeit sind frauen- und geschlechtergeschichtliche sowie alltagsgeschichtliche Fragestellungen. Seit über 20 Jahren führe ich Menschen durch meine Heimatstadt, erzähle ihnen von Geschichte und Gegenwart der Stadt und zeige ihnen die Sehenswürdigkeiten und die schönsten Ecken Stuttgarts. Ich bin Mitglied bei BfK – Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler AKHFG – Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. Frauen und Geschichte Baden-Württemberg e.V. Pro Alt Cannstatt e.V. und in mehreren fachlichen Netzwerken vertreten.

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